Tübinger Big Jump: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Der Big Jump === | === Der Big Jump === | ||
– oder Europäischer Flussbadetag – ist weit mehr als nur ein kollektives Abkühlen im Sommer. Es ist eine europaweite Demonstration für lebendige Flüsse und sauberes Wasser. | – oder Europäischer Flussbadetag – ist weit mehr als nur ein kollektives Abkühlen im heißen Sommer. Es ist eine europaweite Demonstration für lebendige Flüsse und sauberes Wasser. Am 12. Juli 2026 gibt es auch in Tübingen ein Big Jump Event. | ||
=== '''Der Hintergrund:''' === | === '''Der Hintergrund:''' === | ||
Der Big Jump ist eine europaweite Kampagne für den Gewässerschutz. Das Hauptziel ist es, die Aufmerksamkeit auf den Zustand unserer Flüsse zu lenken. Konkret geht es um die Umsetzung der [https://www.umweltbundesamt.de/wasserrahmenrichtlinie# EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)], die eigentlich vorschreibt, dass alle europäischen Gewässer bis spätestens 2027 einen „guten ökologischen Zustand“ erreichen sollen. | Der Big Jump ist eine europaweite Kampagne für den Gewässerschutz. Das Hauptziel ist es, die Aufmerksamkeit auf den Zustand unserer Flüsse zu lenken. Konkret geht es um die Umsetzung der [https://www.umweltbundesamt.de/wasserrahmenrichtlinie# EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)], die eigentlich vorschreibt, dass alle europäischen Gewässer bis spätestens 2027 einen „guten ökologischen Zustand“ erreichen sollen. | ||
Indem Menschen zeitgleich in die Flüsse springen, fordern sie: | * Indem Menschen zeitgleich in die Flüsse springen, fordern sie: | ||
* Badewasserqualität in unseren Flüssen | |||
* Renaturierung statt Betonierung | |||
* Erhalt der Biodiversität | |||
* Alles, was lokal oder regional zu fordern ist, um den jeweiligen Fließgewässerökotopen zu ihren Rechten zu verhelfen. | |||
==== '''Die Geschichte''' ==== | ==== '''Die Geschichte''' ==== | ||
Hauptinitiator ist das [https://bigjump.org European Rivers Network (ERN)] unter der Leitung von Roberto Epple. Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Umweltverbänden (wie WWF, NABU, BUND), lokalen Bürgerinitiativen und Wassersportvereinen. | |||
Die Historie: Alles begann am 14. Juli 2002 an der Elbe. Damals sprangen über 100.000 Menschen gleichzeitig in den Fluss. Da die Resonanz so gewaltig war, wurde daraus ein europäisches Event. Seit 2005 findet der Big Jump an jedem zweiten Sonntag im Juli statt. | |||
==== Wo und wie wurde er bisher begangen? ==== | ==== Wo und wie wurde er bisher begangen? ==== | ||
Von der Wolga bis zum Tajo: Überall in Europa finden Events statt. | Von der Wolga bis zum Tajo: Überall in Europa finden Events statt. | ||
* Klassisch: Ein großes Fest am Ufer mit Musik, Infoständen und dem gemeinsamen Sprung um Punkt 15:00 Uhr. | |||
* Sportlich: Begleitet von Kanutouren oder Wettschwimmen. | |||
* Symbolisch: Wo das Baden (noch) zu gefährlich oder die Qualität zu schlecht ist, werden oft nur die Füße ins Wasser gehalten oder Protestschilder hochgehalten. | |||
=== Big Jump 2026: === | === Big Jump 2026: === | ||
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'''Datum: Sonntag, 12. Juli 2026'''. | '''Datum: Sonntag, 12. Juli 2026'''. | ||
Fokus 2026: „Die letzte Meile“. Es geht darum, | Fokus 2026: „Die letzte Meile“. Es geht darum, öffentlich klarzumachen, dass die versprochenen naturnahen Verbesserungen unserer Fließgewässerökotope nicht im Bürokratie-Dschungel stecken bleiben dürfen. Bis 2027 soll die Wasserrahmenrichtlinie europaweit vollständig umgesetzt sein. | ||
=== Tübingen: Was braucht es am Neckar? === | === Tübingen: Was braucht es am Neckar? === | ||
==== Die Location ==== | ==== Die Location ==== | ||
Die Ufer | Die Ufer bei der Jugendherberge sind am besten geeignet. Hier ist der Zugang zum Wasser machbar und die Sichtbarkeit hoch. Da an Sommersonntagen die Bereiche um die Platanenallee und das Altstadtufer meistens ohnehin touristisch überfüllt sind (Boote, Kähne, Boards...), käme die Aktion dort kaum positiv zur Erscheinung, außerdem steht ja der Genuss und das Draußenlernen im Vordergrund und zwar möglichst ohne Risiken und stressige Nebenwirkungen. | ||
Zwar wird offiziell und grundsätzlich vom Baden im Neckar eher abgeraten wegen "schwankenden Wasserwerten", aber auch der Tübinger Triathlon eine Woche später wird wohl stattfinden. Vor beiden Veranstaltungen werden Neckarwasserproben auf schädliche Keime analysiert, um Risiken zu minimieren. Wer lieber trockenen Fußes ein Zeichen für einen sauberen Neckar, für Klimaanpassung und Klimaschutz setzen möchte, darf diese Gelegenheit nutzen, um Demo-Schilder hochzuhalten und sich weiter zu informieren. | |||
Als '''Info-Programm''' sind zwischen 13 und 16 Uhr Präsentationen zur Geschichte der Tübinger Neckarbäder, zu Wasser-Risiken und zu ökoethischen Fragen sowie Info-Stände vorgesehen. | |||
'''Verpflegung:''' Verbunden ist der Flussbadetag 'Big Jump' mit dem Aufruf zum „Picknick gegen Plastik“ am Ufer wie auch in Booten und Kähnen – das passt perfekt zum lokalen Vibe und erhöht die mediale Aufmerksamkeit für den Schutz des Neckars. In der Tübinger Jugendherberge mit ihrer großen Neckar-Terrasse werden zudem an diesem Tag Burger, Kuchen und Getränke (natürlich abfallfrei) angeboten, damit die Event-Gäste gut versorgt sind und nichts mitbringen müssen. | |||
Wer nebenbei und zwischendurch in den Neckar hüpfen will, kann das auf eigene Verantwortung tun. Die DLRG ist zur Sicherheit mit einem Boot vor Ort. '''Genau 15:00 Uhr''' sollen alle europaweit stattfindenden Big-Jump-Aktivitäten dokumentiert werden, um einen Demonstrationseffekt zu bekommen. Vorab wurden Neckarwasserproben genommen, um die aktuellen Informationslücken zur Wasserqualität schließen zu können – die Analysenergebnisse werden ebenfalls vorgestellt und z.B. auch über den Lebenszyklus der Zerkarien informiert, was auch im Hinblick auf den eine Woche später geplanten Triathlon von Interesse sein dürfte (Spoiler: Wer am Sonntag im Neckar baden möchte, wird nicht auf eine relevante Konzentration stoßen). Live-Musik gibt es vom ‚Campingorchester‘ auf der großen Neckarterrasse zu der die Tübinger Jugendherberge ihre Tore öffnet. | |||
Das Big-Jump-Event ist eine demonstrative Aktion für saubere, gesunde und ökologisch hochwertige Gewässer als Teil der nötigen Klimaanpassung. Außerdem hat das Flussbaden im Neckar in Tübingen eine lange und besondere Tradition und die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie können trotz teurem Neckarpark absehbar noch nicht erfüllt werden, denn dafür braucht es letztlich die private und öffentliche Mitwirkung aller. | |||
Vorab wurden Neckarwasserproben genommen, um die aktuellen Informationslücken zur Wasserqualität schließen zu können – die Analysenergebnisse werden ebenfalls vorgestellt und z.B. auch über den Lebenszyklus der Zerkarien informiert, was auch im Hinblick auf den eine Woche später geplanten Triathlon von Interesse sein dürfte (Spoiler: Wer am Sonntag im Neckar baden möchte, wird nicht auf eine relevante Konzentration stoßen). Live-Musik gibt es vom ‚Campingorchester‘ auf der großen Neckarterrasse zu der die Tübinger Jugendherberge ihre Tore öffnet. | |||
Aktuelle Version vom 8. Juli 2026, 23:11 Uhr

Der Big Jump
– oder Europäischer Flussbadetag – ist weit mehr als nur ein kollektives Abkühlen im heißen Sommer. Es ist eine europaweite Demonstration für lebendige Flüsse und sauberes Wasser. Am 12. Juli 2026 gibt es auch in Tübingen ein Big Jump Event.
Der Hintergrund:
Der Big Jump ist eine europaweite Kampagne für den Gewässerschutz. Das Hauptziel ist es, die Aufmerksamkeit auf den Zustand unserer Flüsse zu lenken. Konkret geht es um die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die eigentlich vorschreibt, dass alle europäischen Gewässer bis spätestens 2027 einen „guten ökologischen Zustand“ erreichen sollen.
- Indem Menschen zeitgleich in die Flüsse springen, fordern sie:
- Badewasserqualität in unseren Flüssen
- Renaturierung statt Betonierung
- Erhalt der Biodiversität
- Alles, was lokal oder regional zu fordern ist, um den jeweiligen Fließgewässerökotopen zu ihren Rechten zu verhelfen.
Die Geschichte
Hauptinitiator ist das European Rivers Network (ERN) unter der Leitung von Roberto Epple. Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Umweltverbänden (wie WWF, NABU, BUND), lokalen Bürgerinitiativen und Wassersportvereinen.
Die Historie: Alles begann am 14. Juli 2002 an der Elbe. Damals sprangen über 100.000 Menschen gleichzeitig in den Fluss. Da die Resonanz so gewaltig war, wurde daraus ein europäisches Event. Seit 2005 findet der Big Jump an jedem zweiten Sonntag im Juli statt.
Wo und wie wurde er bisher begangen?
Von der Wolga bis zum Tajo: Überall in Europa finden Events statt.
- Klassisch: Ein großes Fest am Ufer mit Musik, Infoständen und dem gemeinsamen Sprung um Punkt 15:00 Uhr.
- Sportlich: Begleitet von Kanutouren oder Wettschwimmen.
- Symbolisch: Wo das Baden (noch) zu gefährlich oder die Qualität zu schlecht ist, werden oft nur die Füße ins Wasser gehalten oder Protestschilder hochgehalten.
Big Jump 2026:
Der aktuelle Stand: Da wir uns im Jahr 2026 befinden, ist dieser Big Jump besonders brisant. Wir stehen unmittelbar vor der finalen Frist zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (2027).
Datum: Sonntag, 12. Juli 2026.
Fokus 2026: „Die letzte Meile“. Es geht darum, öffentlich klarzumachen, dass die versprochenen naturnahen Verbesserungen unserer Fließgewässerökotope nicht im Bürokratie-Dschungel stecken bleiben dürfen. Bis 2027 soll die Wasserrahmenrichtlinie europaweit vollständig umgesetzt sein.
Tübingen: Was braucht es am Neckar?
Die Location
Die Ufer bei der Jugendherberge sind am besten geeignet. Hier ist der Zugang zum Wasser machbar und die Sichtbarkeit hoch. Da an Sommersonntagen die Bereiche um die Platanenallee und das Altstadtufer meistens ohnehin touristisch überfüllt sind (Boote, Kähne, Boards...), käme die Aktion dort kaum positiv zur Erscheinung, außerdem steht ja der Genuss und das Draußenlernen im Vordergrund und zwar möglichst ohne Risiken und stressige Nebenwirkungen.
Zwar wird offiziell und grundsätzlich vom Baden im Neckar eher abgeraten wegen "schwankenden Wasserwerten", aber auch der Tübinger Triathlon eine Woche später wird wohl stattfinden. Vor beiden Veranstaltungen werden Neckarwasserproben auf schädliche Keime analysiert, um Risiken zu minimieren. Wer lieber trockenen Fußes ein Zeichen für einen sauberen Neckar, für Klimaanpassung und Klimaschutz setzen möchte, darf diese Gelegenheit nutzen, um Demo-Schilder hochzuhalten und sich weiter zu informieren.
Als Info-Programm sind zwischen 13 und 16 Uhr Präsentationen zur Geschichte der Tübinger Neckarbäder, zu Wasser-Risiken und zu ökoethischen Fragen sowie Info-Stände vorgesehen.
Verpflegung: Verbunden ist der Flussbadetag 'Big Jump' mit dem Aufruf zum „Picknick gegen Plastik“ am Ufer wie auch in Booten und Kähnen – das passt perfekt zum lokalen Vibe und erhöht die mediale Aufmerksamkeit für den Schutz des Neckars. In der Tübinger Jugendherberge mit ihrer großen Neckar-Terrasse werden zudem an diesem Tag Burger, Kuchen und Getränke (natürlich abfallfrei) angeboten, damit die Event-Gäste gut versorgt sind und nichts mitbringen müssen.
Wer nebenbei und zwischendurch in den Neckar hüpfen will, kann das auf eigene Verantwortung tun. Die DLRG ist zur Sicherheit mit einem Boot vor Ort. Genau 15:00 Uhr sollen alle europaweit stattfindenden Big-Jump-Aktivitäten dokumentiert werden, um einen Demonstrationseffekt zu bekommen. Vorab wurden Neckarwasserproben genommen, um die aktuellen Informationslücken zur Wasserqualität schließen zu können – die Analysenergebnisse werden ebenfalls vorgestellt und z.B. auch über den Lebenszyklus der Zerkarien informiert, was auch im Hinblick auf den eine Woche später geplanten Triathlon von Interesse sein dürfte (Spoiler: Wer am Sonntag im Neckar baden möchte, wird nicht auf eine relevante Konzentration stoßen). Live-Musik gibt es vom ‚Campingorchester‘ auf der großen Neckarterrasse zu der die Tübinger Jugendherberge ihre Tore öffnet.
Das Big-Jump-Event ist eine demonstrative Aktion für saubere, gesunde und ökologisch hochwertige Gewässer als Teil der nötigen Klimaanpassung. Außerdem hat das Flussbaden im Neckar in Tübingen eine lange und besondere Tradition und die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie können trotz teurem Neckarpark absehbar noch nicht erfüllt werden, denn dafür braucht es letztlich die private und öffentliche Mitwirkung aller.
Vorab wurden Neckarwasserproben genommen, um die aktuellen Informationslücken zur Wasserqualität schließen zu können – die Analysenergebnisse werden ebenfalls vorgestellt und z.B. auch über den Lebenszyklus der Zerkarien informiert, was auch im Hinblick auf den eine Woche später geplanten Triathlon von Interesse sein dürfte (Spoiler: Wer am Sonntag im Neckar baden möchte, wird nicht auf eine relevante Konzentration stoßen). Live-Musik gibt es vom ‚Campingorchester‘ auf der großen Neckarterrasse zu der die Tübinger Jugendherberge ihre Tore öffnet.